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Hubert Damm (Hennef
Warum ich bei dem Aufruf mitmache
Ich musste erleben, wie in den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit als Lehrer in einer Heimberufsschule die Mittel aufgrund der Finanznot des Landes und der Kommunen brutal zusammengestrichen wurden. Ein Arbeiten, das den Jugendlichen eine echte Chance zum Erlernen einer beruflichen Grundlage für ihr Leben gab, war nicht mehr möglich. Jahrzehnte lang, selbst in der notvollen Zeit nach dem Krieg, war dies möglich gewesen. Der Grund der Mittelkürzung: Die verhaltensgestörten Jugendlichen hatten keine Lobby! Wer sich das durchaus vorhandene Geld beiseite schaffte und auf welchem Wege, wurde mir am klarsten bei der Lektüre des Buches „Geld oder Leben“ von Günther Moewes.
Was habe ich/wir schon angepackt und versucht?
Ich habe den Aufruf im Ortsauschuss meiner Gemeinde St. Remigius
vorgestellt und ebenso in dem Pfarrgemeinderat des Pfarrverbandes Hennef
Ost, zu dem wir gehören. In der Fastenzeit habe ich gemeinsam mit
unserem Diakon eine Messgestaltung mit dem Thema des Aufrufs
durchgeführt. Der Schwerpunkt war eine Dialogpredigt, unterstützt von
einer Präsentation zentraler Aussagen des Aufrufs und der Praktiken von
Konzernen am Beispiel der Förderung und Nutzung des Minerals Coltan für
Handys. Die Rückmeldungen zeigten Betroffenheit. Die Ausarbeitung
stellen wir, wenn gewünscht, gerne zur Verfügung.
Bei verschiedensten Gelegenheiten habe ich immer wieder den Aufruf und
sein Anliegen zur Sprache gebracht. Damit fahre ich fort.
Was hat sich dadurch geändert?
Ich hoffe, dass die Sensibilisierung für das Anliegen in meinem Umfeld gewachsen ist und in der Folgezeit darauf aufgebaut werden kann.
Der Idealfall der prophetischen Kirche
Der ist vor fast 40 Jahren in den „Briefen an das Volk Gottes“ im Zug
des „Konzils der Jugend“, angeregt von der Kommunität Taizé, beschrieben
worden. Als Beispiel ein exemplarischer Auszug:
Kirche was sagst du von Deiner Zukunft?... Wirst du Privilegien aufgeben
und dich weigern Kapital anzulegen? Wirst du endlich die universelle
Gemeinschaft werden, die mit allen ohne Unterschied teilt? Endlich eine
versöhnte Gemeinschaft, ein Ort der Gemeinschaft und der Freundschaft
für die ganze Menschheit?
Wirst Du das „Volk der Seligpreisungen“ werden, ohne andere Sicherheit
als Christus: ein armes Volk, das kontemplativ lebt und Frieden schafft,
das Träger der Freude und eines befreienden Festes für die Menschen ist,
auf die Gefahr hin, dass du verfolgt wirst um der Gerechtigkeit willen?


